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Sprechende Steine Der Finder Die Entstehung Das Heilig-Haus

Das Heilig-Haus


Artikel über das Heilig-Haus (pdf 2,8 MB)

 

Das Heilig-Haus, Domizil des Sprechende Steine Museums, zählt wohl zu den bedeutendsten Zeugnissen profaner Baukultur seiner Zeit im Odenwaldkreis.

Das Haus wurde 1787 von Joseph Kilian erbaut. Die Sonderstellung des Kilianischen Anwesens in Oberwittstadt ist noch heute an der aufwendigen Gestaltung des Wohnraums mit seinen prunkvollen Türen, den stuckartigen Decken und dem auffälligen Mansarddach erkennbar. Es wird angenommen, dass Kilian wertvolle Ausstattungsteile wie Fenster und Türen aus dem Vorgängerbau übernahm, den er abbrach.

1812 war Joseph Anton Michelbach der neue Hausherr, der vermutlich zu den vermögenderen Oberwittstädtern gehörte. Er nutzte das Anwesen als Brauerei und Wirtshaus und übergab es 1833 seinem Sohn Wendelin anlässlich dessen bevorstehender Hochzeit mit der aus Buchen stammenden Franziska Schmitt. Die Biererzeugung fand in einem einzigen Raum statt und war für den unmittelbaren Bedarf in der hauseigenen Wirtsstube bestimmt. Die Malzdörre befand sich in der Küche im Obergeschoss, auf der die Braugerste getrocknet wurde, nachdem sie wahrscheinlich im oberen Dachgeschoss gelagert worden war.

Im Jahre 1837 teilten sich der Ochsenwirt Joseph Endres und die Erben von Joseph Anton Michelbach das Anwesen. 1839 geriet Endres in Konkurs, sein Anteil wurde öffentlich versteigert. Hieronymus Stahl erwarb die Endressche Immobilie und betrieb dort eine Gastwirtschaft. Sechs Jahre später erwarb er den Michelbachschen Anteil hinzu. Hieronymus Stahl bewirtschaftete künftig den Besitz in Gütergemeinschaft mit seiner Schwester Maria Klara.

1867 bauten die Geschwister Stahl an ihr Wohnhaus einen Stall an, dieser musste 1961 einer Kleingarage weichen. 1892 waren Klara, geb. Stahl und ihr Gatte, der Landwirt Franz Ignaz Heilig, alleinige Eigentümer des Anwesens. Sie verkauften ihrem Sohn Ferdinand Alphons Heilig Haus, Scheune und Stall, behielten aber lebenslängliches Wohnrecht. Ferdinand Heilig galt als der reichste Mann im Ort. Er fuhr alle 14 Tage nach Würzburg, um dort seine Bankgeschäfte zu tätigen. Sein Wohnhaus war das erste Gebäude in Oberwittstadt, das 1912 elektrisches Licht hatte. Es ist nicht genau bekannt, wie lange Heilig noch die Ochsenwirtschaft betrieb. Vermutlich schloss das Lokal schon lange vor Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Auf Ferdinand Heilig folgten 1949 seine beiden Töchter Ositha und Paula, die sich den Besitz teilten. Ab Mitte der 1980er Jahre war Liselotte Karlein die alleinige Besitzerin des Anwesens. Karlein veräußerte 1989 das Wohnhaus an das Ehepaar Alfred und Heidi Kiess aus Leinfelden Echterdingen.

Im Jahre 1997 verkaufte das Ehepaar Kiess das Anwesen an die Volksbank Kirnau, seit 2005 ist das Heilig-Haus Eigentum der Stadt Ravenstein.

Die Renovierungsarbeiten, die aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum ELR mit EU-Förderung und dem Ausgleichsstock finanziert wurden, begannen im Frühjahr 2006 und konnten im Mai 2007 abgeschlossen werden.


 

 

 

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