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Sprechende Steine

 

Ich hebe einen Stein beim Spaziergang auf.
Erstaunen! Ein Portrait!
Schwarz bis in die Knochen und weiße Runen als Zeichen des Alters.
Damit beginnt ein neues Sehen.
Steine bekommen ein Gesicht: Fische, Vögel und auch Menschengesichter.


Wo findet man Steine, in denen solche Gesichter entdeckt werden können?
Vielleicht entdeckst du sie um dein Haus herum, heraus gebaggert aus dem Rhein?
Es müssen schon Kiesel sein, Urgestein aus den Alpen.


Die Steine im Fluss werden tonnenweise verkauft.
Ich frage den Baggerfahrer: „Was kostet dieser Stein?“. Er lächelt milde.
Ich hebe einen dieser Steine auf, „auserwählt“ aus Tausenden, weil ich ein Bild, ein edles Portrait, in ihm finde. Sein Wert ist nun nicht mehr zu schätzen, weil er einmalig ist.
So ist es auch mit dem Menschen. In der Masse ist er wie ein Nichts. Aber in den Augen Gottes ist er kostbar.

 

Mit einem Stein in der Hand bin ich ehrfürchtig.
Seine Geschichte umfasst Jahrmillionen. Gewaltige Vulkanausbrüche.
Durch Erdbewegungen vielleicht tausende Meter hochgehoben.

Welch langen Weg nahm dieser Stein wohl?
Welche Fluten gingen über diesen Stein hinweg,
die das schöne Bild, ein kleines „Wunder“,  nicht zerstörten?
Welch ein Wunder ist es auch, wenn eine Mutter ihr zartes Neugeborenes in Händen halten kann!

 

Der Stein, den ich aufhebe, ist noch nicht „fertig“, ebenso wenig wie das neugeborene Kind.
Der Stein wie das Kind müssen so genommen werden, wie sie sind.
Dein liebevoller Blick entdeckt im Stein wie im Kind Strukturen und Anlagen, die sich entfalten wollen.

Geschenke Gottes nennen wir Gnade.
Alles ist Geschenk: Das Sehen und Sehen-lernen, das Aufgehoben- und Herausgeholt-werden aus der Masse der Bedeutungslosen, das liebevolle Angeschaut- und Angenommen-werden.
Geschenke bringen Freude.

Für alles das sind die Steine in meiner Hand Bild und Zeichen.

 

Julius Hügel (1917 - 2006)

 

 

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